Internetrecht : Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges

Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges

EUR 9,95


Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist. Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt. Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum Kreuzzug anwenden. Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt, entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben. Das Buch -- aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos -- ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Zeitgeschichte mit Substanz - Das Buch hat meine Erwartungen übertroffen. In überzeugender und verständlicher Weise zeichnet der Autor insbesondere auf Grundlage seiner langjährigen persönlichen Erfahrungen und vielschichtigen Kontakte in verschiedene Länder, Kulturen und Religionen ein fundiertes und hochinteressantes Bild der weltpolitischen Krisenlage, wobei Hintergründe und Zusammehänge anschaulich beleuchtet und Parallelen gezogen werden. Mehr bedarf es einer derartigen Veröffentlichung an sich nicht. Detaillierte und einprägsame Wiedergaben seiner Begegnungen und Eindrücke versetzen den Leser jedoch darüber hinaus förmlich in die jeweilige Szene. Bemerkenswert ist vor allem, dass nach Ablauf einiger Zeit seit Erscheinungsdatum viele Zukunftsvisionen des Autors eingetreten sind - dies spricht für die fachliche Kompoetenz und den politischen Weitblick des Autors. Scholl-Latour straft mit diesem Werk aus heutiger Sicht insbesondere diejenigen seiner Kritiker, die ihn gern als notorischen Antiamerikanisten mit einseitigen Betrachtungsweisen abtun.

viel Hintergrund- und Detailwissen - Wenn man sich erst einmal an den Schreibstil von Scholl-Latour gewöhnt hat, dann lässt einen der Autor an seinen Erfahrungen und seinem Detailwissen des Mittleren Ostens teilhaben. Er beleuchtet die verschiedenen Staaten und Problemkerne aus verschiedenen Perspektiven und kann die Gegenwart mit der Geschichte verknüpfen. Ein umfassender Bericht, der sehr viel Hintergrundwissen vermittelt und die Zusammenhänge darstellt. Ein Buch für alle diejenigen, die nicht nur an der Berichterstattung in den Tagesmedien interessiert sind, sondern sich tiefer mit dieser Re(li)gion auseinandersetzen wollen.

Diagnose der Gegenwart - wenig erbaulich aber ungemein packend - Scholl-Latour: Kampf dem Terror - Kampf des Islam? Das Abendland ist heute immer noch immens reich, aber es ist schwach. Ihm fehlt die moralische Substanz zur dezidierten Selbstbehauptung schreibt Peter Scholl Latour auf S. 48 des vorliegenden Buches. Die politische Klasse ist vollkommen ahnungslos, die Bevölkerung Europas schrumpft, die Energieversorgung wird immer unsicherer, und rund um beginnen die demographisch expandierenden muslimischen Völker ihren Wanderzug nach Europa. Wie man unter diesen Umständen allen Ernstes mit der Türkei über einen EU-Beitritt verhandeln und junge deutsche Wehrpflichtige in den Hexenkessel Afghanistan werfen kann, ist für Scholl Latour unverständlich Aber was soll s Im Abgrund der Geschichte ist Platz für alle, schreibt der Autor, und wie um dieses Valéry Zitat zu Illustrieren, führt er den Leser in seinem neuen Buch die Abgründe der Gegenwart entlang durch die Krisenherde der Welt. Dass der Zusammenprall der Zivilisationen keine Mär sondern längst Wirklichkeit ist, wird an zahlreichen Beispielen aus Afghanistan, Irak, Israel Indien/Pakistan, Usbekistan und China dargestellt, wobei es zu den Hauptvorzügen des Buches gehört, die landauf und landab heruntergebeteten Gemeinplätze der politischen Correctness am Detail zu widerlegen. Nationlbuilding in Afghanistan mit europäischer Hilfe? In Wahrheit handelt es sich bei dem Karzai Regime um eine US-Marionettenregierung, deren Mitglieder sich herunter bis zum unbedeutendsten Hilfspolizsiten auf Kosten der Bevölkerung bereichern. El Qaida, eine Terrororganisation, die die freie Welt bedroht? Aber auch ein Geschöpf der unseligen Clinton-Administration, die im Dienste der US-Ölinteressen die Taleban aufbaute und mit El Kaida eine Art plantarisches Frankenstein Monster ( S. 65- 68) schuf. Der Beitritt der Türkei eine Brücke der Kulturen? In Wahrheit der endgültige Sargnagel zur Selbstaufgabe Europas (S. 51ff.). Friede im Heiligen Land durch Verhandlungen und Road Map? Nicht mit der Hamas und der Hisbollah, gegen deren Selbstmordattentäter das erschlaffte Israel keine wirklichen Abwehrmittel besitzt. Koexistenz mit China, der künftigen Weltmacht? Nur so lange, wie China nicht mächtiger als seine Partner ist. Aber wohin treibt dei Welt, mag man Ende dieses imponierenden Buches fragen? Was ist mit den Vereinigten Staaten? Wird es den USA als Vormacht des Westens gelingen, die einmal errungenen Niveaus der Aufklärung und der Menschenrechte, der Demokratie, der Freiheit und der Mark twirtschaft zu erhalten?. Scholl Latours Antwort dazu ist zwiespältig. Nach seinem Urteil sind die USA noch immer unvergleichlich vitaler als das kränkelnde Gutmenscheneuropa, das seine moralische Inferriorität in hilflosem Antiamerikanismus austobt (vgl. 31ff.), es besitzt einen festen religiösen Rückhalt, auch wenn der Autor von der Religiosität Präsident Buschs alles andere als begeistert ist. Noch immer zieht Amerika zu seinem Nutzen die Talente der Welt an sich ( absolut lesenswert dazu Seite 351), in dem es den Begabten der Erde die Chancen gibt, die sie brauchen Auf der anderen Seite ist die große unilaterale Weltmacht USA dabei, unter der gänzlich unfähigen Regierung Bush sich überall einzumischen, sich zu verzetteln, was das Land weltweit derart in Misskredit bringt, dass man mit Anitaamerikanismus in Europa Wahlen gewinnen kann. So schwächt das große Land sich selbst für die entscheidende Auseinadersetzung der Zukunft, für den Augenblick, wenn der chinesische Koloss in absehbarer Zukunft den ersten Rang baanspruchen wird. Man sieht, es sind keine erfreulichen Nachrichten, die der Autor seinen Lesern präsentiert, aber es sind Nachrichten, die den Vorzug haben, der Welt eine kompetente und realistische Diagnose zu stellen - wobei man gar nicht weiß worüber man sich als Leser mehr wundern soll: über die Nähe des Autors zu den tatsächlichen Geschehnissen, über die geradezu alteuropäische Bildung, mit der es Scholl Latour versteht, auch die großen weltgeschichtlichen Linien zu ziehen oder über den brillanten Mix aus Reportage, Charakteristiken und Reflektionen, die das Buch von der ersten bis zur letzten Seite auszeichnen.

Informativ & Unterhaltsam - Kampf dem Terror - Kampf dem Islam? ist ein sehr informatives und gleichzeitig unterhaltsames Buch. Durch die interessanten und fesselnden Berichte seiner diversen Reisen in die jeweiligen Regionen gibt Peter Scholl-Latour der Materie einen spannenden Beigeschmack. Auch seine Exkurse in die Geschichte sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr aufschlussreich und zeugen von einem großen Hintergrundwissen. Auf diese Weise beleuchtet er in seinem Buch verschiedene Krisenherde dieser Welt und zeigt gekonnt aktuelle Probleme, aber auch mögliche zukünftige Konfliktpotentiale auf.Dieses Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, nicht zuletzt auch weil nicht viel Vorwissen zum Verständnis erforderlich ist.

Standardwerk für den geopolitisch interessierten Leser - Peter Scholl-Latour stellt mit diesem Buch wieder einmal seine Brillianz in der Analyse geopolitischer und strategischer Zusammenhänge dar. Besonders sein Wissen über die Kultur islamischer Staaten, welches er durch sein Studium in Beirut und seinen zahlreichen Auslandsaufenthalten in Staaten mit stark islamischer Prägung sich aneignen konnte, erklärt dem interessierten Leser viele historische Hintergründe welche einem sonst unerklärt blieben. Objektiv und sachlich schildert Scholl-Latour die Situation der USA im globalen Kampf gegen den Terror und die durch ihre Handlungsweise sich zwangsläufig auftuenden Konsequenzen. Auf Grund der unkomplizierten und leicht verständlichen Schreibweise von Peter Scholl-Latour ist dieses Buch ein Standardwerk für alle geopolitisch Interessierte.




Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges